Eine Fahrradtour von Deutschland nach Nepal
   
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Mit 40 km/h in den Graben
06.09.2002, Agri

Uns erwartete eine Tagesetappe von 102 km ueber eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke. Die Strasse fuehrte ueber 35 km teilweise an steilen Felswaenden vorbei bis zur Passhoehe auf 2.290 m. Hinter der Passhoehe waren auf rund 2000 m einige arme Bauerndoerfer mit kleinen einstoeckigen Haeusern. In einem Dorf hielten wir kurz an, da ich die getrockneten Kuhfladentuerme fotografieren wollte. Daraufhin standen 20 Kinder um uns herum und wir waren die Attraktion des Tages.

Am Abend vorher probierte ich wieder "normale magenfreundliche Kost" in einem Restaurant aufzunehmen. Das Essen sorgte jedoch fuer Uebelkeit am ganzen naechsten Tag. Ein entgegenkommendes Sammeltaxi wurde gleichzeitig als Schaftransporter benutzt. Einfach die Schafe auf den Dachgepaecktraeger schnallen und los gehts. Dies war ein sehr lustiger Anblick, fuer die Schafe wahrscheinlich weniger lustig.

Auf der Strasse war wenig Verkehr. Vor allem fahren hier viel weniger PKWs, denn welche kleine Bauer vom Land kann sich den schon leisten. Daher fahren die meisten Leute mit dem Bus (Ueberlandbusse sind meist sehr modern) und entsprechend mehr Busse sind auf der Landstrasse unterwegs. Hinzu kommen noch einige Fernlaster, die z.B. nach Teheran fahren. Den lokalen Guetertransport wickeln meist meterhoch beladene Lastwagen ohne Anhaenger ab. An einer Bergabstrecke fuhr ich ca. 40 km/h als ein Bus wegen Gegenverkehr mich von der Strasse abdraengte. Ich sah nur eine Chance - runter von der Strasse! Neben dieser Strasse gab es nur einen unbefestigten Seitenstreifen mit lockerer Schotterschicht. Als ich in den Schotter kam, war lenken unmoeglich und ich wollte nur nicht hinfallen. So fuhr ich geradewegs auf einen Abhang zu und kam zum Glueck kurz vorher zum Stehen.

Mit etwas Unsicherheit setzte ich die Fahrt auf der Strasse fort und einige Meter spaeter fuhr ein LKW grundlos dicht an mir vorbei. Gerade als der Auspuff kurz vor mir war, spuckte dieser eine riesige schwarze Russwolke aus, durch die ich nichts mehr sehen konnte. Daraufhin war ich vom Hals bis zu den Fuessen mit einer schwarzen Russschicht ueberzogen. Den Vergleich mit einem Bergarbeiter brauchte ich nicht zu scheuen.

(Gesendet am 07.09.02)

     
       

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